Vibrations-Alarm

Überall vibriert es. In der Hose, am Bart, im Mund. Unter anderem. Früher waren vibrierende Dinge verpönt oder ein wohlgehütetes Geheimnis, heute findet man sie in Schlafzimmern, Küchen, Badezimmern und Hosentaschen.
Mit Massagegeräten fing es an. Ist auch ganz sinnvoll. Was vibriert, bewegt sich mit schnellen Richtungswechseln und entspannt damit Muskeln. Oder sorgt für gewollte Anspannung, je nach Einsatzgebiet.
Dass Handys vibrieren, ist heute auch so normal wie die Fähigkeit, nervige Klingeltöne aus Sparabos abzuspielen. Was für Oma höchst befremdlich wäre, ist für die Jugend schon langweiliger Standard. Die Handys der Zukunft werden wohl brennen oder explodieren müssen, um etwas neues zu bieten.
Dass sich Körperteile bei Vibration nicht nur entspannen, sondern auch anspannen können, wissen wir ja jetzt. Auch die Rasierklingenindustrie bekam davon Wind. Schnell wurde eine Batterie in den Griff eines Rasierers gepackt, somit war die Microvibration erfunden. Opa braucht so was allerdings nicht. Opa zittert. Geht also auch.

Was elektrische Zahnbürsten früher schon getan haben, allerdings in langsamerer Form, leisten nun auch Handzahnbürsten. Microvibration macht es möglich. Allerdings würde es mich als Mann schon stören, wenn etwas in meinem Mund vibriert. Es käme mir einfach falsch vor. Zumal es stark an Zahnarzt erinnert. Auch hier ist Opa im Vorteil. Er hat die Dritten.

Ich frage mich, was wohl als nächstes kommt.
Vibrierender Kaugummi, der die Zähne pflegt, die Kaumuskulatur entspannt und die Haare auf den Zähnen aufstellt?
Eine Feuchtigkeitscreme mit Nanovibration, die bis in die Knochen einzieht?
Vibrierende Kämme wären doch mal praktisch, da ist die Dauerwelle vorprogrammiert!
Vibrierende Pfannen und Töpfe, und man braucht nie mehr umrühren! Das Essen springt den Koch quasi an!
Und wenn sowieso schon alles vibriert, warum nicht gleich das ganze Haus? Eine riesige Vibrationszelle, die alles in und um sich antreibt. Nur in Los Angeles wird sich das wohl nicht verkaufen – die haben das gratis...

Also, auf ins Vibrationszeitalter!
(Dieser Eintrag wurde mit einem vibrierenden Stift verfasst, was dadurch zwar doppelt so lang gedauert, aber die Finger echt locker gemacht hat.)

9.2.08 00:33

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