Trabanten in Oslo

Der Eurovision Song Contest. Eigentlich sollte ich nichts darüber schreiben, ich verweigere dieses Zurschaustellen schlechten Geschmacks auf internationaler Ebene nun schon seit Lordi. Die hatten zwar auch keinen Geschmack, aber es war lustig, dass aufgesetzte Geschmacklosigkeit echte übertrifft. Jetzt haben wir den "Schlagercontest" (für mich) unerwartet (und unverdient) gewonnen und ich habe mir zum ersten Mal überhaupt das Siegerlied "Satellite" angetan. Meine Meinung dazu:
*tief durchatmen*
Die internationale Musik ist tot.

Ein platter Duffy-Ripoff mit hohler, deutschakzentlastiger Stimme und einem Beat, der streng an Lou Begas Erfolgswaterboarding fürs Ohr, Mambo No.5 erinnert, geschwängert von einem afrikanischen Bongorapper. Zudem scheint sie wohl eine Art britischen Südstaaten-Akzent aus dem Rougekästchen gezaubert zu haben. Vom Inhalt kann ich nur betrübt sagen, dass man nur einmal Love ins Mikrophon heucheln muss um einen Hit zu landen. Entweder man macht auf bösen Bitchslapper oder auf verknufftes Liebesengelchen. Dem Volk scheint die Schonkost zu munden, oder habe ich etwas verpasst und die deutschen Hirne sind seit 2000 auf Diät?

Das offizielle Video ist absolut schlecht geschnitten, selbst in 3D-Actionstreifen wird nicht so schnell von einer Einstellung zur anderen gesprungen. Die gute Lena weiß in den meisten Fällen schon garnicht wo sie hingucken soll. Gut, sieht man die zappeligen Bewegungen und den gekünstelten Ausdruck nicht so.

Da ich der ganzen Sache schon zuviel Aufmerksamkeit habe zukommen lassen sei abschließend noch gesagt:
Der ESC ist ALT F4.


Euer Engel des Todes

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In tiefer Anteilnahme zur baldigen Genesung

Der Frühling ist da, die ersten Sonnenstrahlen wärmen den Boden und die Haut, aber der böse Winter muss uns noch ein Andenken an die matschig-kalte Jahreszeit zurücklassen. Die letzten Nieser, bevor der Heuschnupfen wieder über das Land rollt, und mit ihnen kommt die schlimmste aller Krankheiten, die die Menschheit sich je ausgedacht hat, der stille Begleiter des hinterhältigen grippalen Infektes, die Anstelleritis.

Eine heimtückische Krankheit. Man weiß, man kann alles, sogar mehr als sonst, wirklich, aber die Krankheit sitzt einem in den Armen, den Beinen, dem Hals, man kann nicht stehen, nicht drehen, nicht reden. Es gibt keine Therapie, keine Selbsthilfegruppen, jeder ist allein, einzige Linderung ist es, sich mitzuteilen. Aber da der Hals einem Schlachtfeld gleicht und sich dieses von selbst und lautstark bemerkbar macht, mehrmals pro Minute (und da die Hände wie gelähmt sind, frei heraus in den Raum), bleibt einem nur ein wehleidig-hilfloses Krächzen und Wimmern. Die Restkälte des Winters zieht direkt unter die Haut und in die Knochen, 2 bis 3 Lagen Rollkragenpullover und eine frisch gemachte Suppe zu jeder Mahlzeit und dazwischen und generell helfen da nur ein klein wenig im schweren Kampf gegen die Lethargie.

Anstelleritis wirkt antiproportional produktiv: Während der Schwerkranke nichts anders tun kann als in seinem Elend zu siechen und anderen das Leid zu verkünden, müssen diese nicht nur die normalen Arbeiten ausführen, sondern selbstverständlich auch den Infizierten pflegen. Die Krankheit ist eben nicht solidarisch, nur einer bekommt sie, einer ist zum Nichtstun verdammt, ein schweres Einzelschicksal. Man ist allein, hilflos, kann vom vielen schlafen schon gar nicht mehr liegen und wird davon nur wieder müde. Und da die aktive Sterbehilfe noch nicht so weit ist, muss man eben die Wochen und Monate abwarten, bis sich Heilung am Horizont abzeichnet: Der Sommerurlaub.
In dem gibt’s übrigens schöne exotische Tropenkrankheiten mit anschließendem Fernweh zum Kombopreis, man frage am besten in seinem Reisebüro nach.

Gute Besserung, euer Engel des Todes

Train Lag

Jeder, der einmal eine längere Strecke geflogen ist, kennt das Phänomen: Man kommt entweder an, wenn alle anderen müde oder fit und wach sind. Also immer genau das, was man selber nach dem Flug nicht ist. Jetlag nennt sich das dann, eine temporäre Verzögerung, während der das Leben der Anderen weiter geht. Aber warum beansprucht nur der Flugreisende dieses Leiden für sich, wo ein anderes Transportmittel diese Leistung ja vielleicht noch besser erfüllt?

Langstrecken-Pendler oder Vielreisende mit der Bahn können sicher ein Lied davon singen. Wo in Flugzeugen noch Programm geboten wird oder der ungewohnte Ausblick aus dem Fenster ablenkt, sitzt man in den Bahnwagons gelangweilt im Halbschlaf neben ständig wechselnden Sitznachbarn und starrt auf die bezaubernden deutschen Landschaften: Kaputte, versiffte Bahnhöfe, Wiesen, Wäldchen, Wiesen, Wäldchen, Käffer, Wiesen, Wäldchen, Plattenbauten, und wieder ein kaputter versiffter Bahnhof. Die Sitze werden anscheinend bewusst hart und unergonomisch konzipiert, auch wenn ein kleines, mit Klettband angeklebtes Deckchen über der Kopflehne suggeriert, hier könne man ruhen. Schaut man aber genauer, erkennt man die Hörner links und rechts, und man weiß sofort, wer für das Design verantwortlich ist. Auch die Armlehne in der Mitte der Sitze ist des Teufels. Man denkt an Privatsphäre, Trennung, aber auch Erholung für die Arme. Bis der Sitznachbar auf dieselbe Idee kommt und man auf einmal einen fremden, verschwitzen Arm auf seinem eigenen hat. Streit, Missgunst und Ekel, das ist die Idee dahinter! Und wenn man dann doch mal allein ist in seiner Reihe, kann man in den meisten Fällen die Lehne nicht richtig einklappen, um sich über beide Sitze auszustrecken. Selbst in "hochklassigeren" Zügen wie dem Intercity, in denen die Sitze doch ein Stück komfortabler sind, weiß man zu quälen: Der Rücken frohlockt, die Beine ächzen. Kein Platz zum Vordermann, den Füßen stellt man eine Stange in den Weg, die zum aufsteigen einladen soll, aber im Wadenkrampf oder dem eingeschlafenen Bein endet. Und hat man dann das Pech, hinter einem einen Passagier zu haben, verkündet der Rücken wieder seine Solidarität mit den Beinen. Da lobe ich mir die alten, ausgesessenen, aber weichen Sitzbänke in der "Bimmelbahn". Platz nach vorne, keine Trennstange, keine Fußböcke, keine Kopfhörner. Nur das konstante Rattern und Holpern über die Schienen, die einen in den Schlaf wiegen. Und den Bahnhof verpassen lassen, da man RB ja eher auf Kurzstrecken fährt. Der Teufel steckt im Detail.
Wer hingegen versucht, auf längerer Strecke zu schlafen, hat mit Sicherheit das Glück, auf einer der meistbenutzten Strecken des Kosmos fahren zu müssen. Ständig stehen die Sitznachbarn auf, der Zug hält quietschend, und neue Passagiere stürmen das Abteil auf der Suche nach DEINEM Sitzplatz. Und da auf der Leiste über dir nicht Reserviert steht, hast DU auch kein Anrecht, dort friedlich zu sitzen. Und sollte man in weiser Voraussicht eine Zeit gebucht haben, zu der normale Menschen schlafen, hat man garantiert 5 Personalwechsel auf 2 Halten.
Wo im Flugzeug halbwegs dekorative Servicekräfte ihr Werk tun, sind es bei der Bahn meist über-witzige Aushilfskellner vom McCafé, die ihren überteuerten Dosenkaffee dampfend unter den Leuten verteilen. Manchmal auch über. Mit klapperndem Wagen gutentagen sie so durch die Sitzreihen, dem Transportmittel gleich ist alle 5 Schritte Halt. Und die Frage, ob es ein Kaffee zum Wachwerden sein darf, ist in meinen Augen eine Einladung zu aktiver ambulanter Sterbehilfe, wenn man dank ihr aus dem Halbschlaf gerissen wird! Der Ausdruck "wie gerädert" sollte sinngemäß in "wie geschient" geändert werden.

Forscher fanden unlängst heraus, warum auf Flügen der Konsum von Tomatensaft weitaus höher ist als auf dem Boden. Der Druck ist geringer, die Rezeptoren auf der Zunge nehmen so das Salz und die Kräuter, also das herbe, muffige, weniger wahr. Nur der Geschmackssinn für Säure bleibt unverändert, und so schmeckt der Saft angenehm fruchtig.
In Zügen ist das etwas anders: Hier herrscht generell größerer Druck. Dies scheint die Geschmacksnerven in der Art zu beeinflussen, dass billige Plörre auf einmal Geschmack hat. Nicht der Tomatensaft wird im Übermaß konsumiert, sondern der Gestensaft aus dem Discounter, je billiger desto zischts. Sauer stößt es mir aber genauso auf.
Im Flugzeug wird zwischen Business und Economy Class unterschieden, in der Bahn ist die Trennung der Klassen menschlicher: Die einen schlürfen Bier auf dem Gang, die anderen prosten sich mit Rotkäppchen-Sekt und Häppchen zu. Aber jeder ist auf dieselbe Weise Mensch, niemand besser oder schlechter, alle gleich. Gleichsam nervig und passiv aufdringlich! Rollende Bierdosen, gegacker, klirrende Flaschen und Grüppchenbildung zwischen 2 Sitzreihen oder Abteilen. Und wenn einem mal zufällig der Koffer ausrutscht, ist man gleich der böse, typisch.

Und so steigt man dann aus Bahn oder Flugzeug aus, beides windschnittige Blechdosen mit Sardinenkomfort und eingebautem Weckservice mit kaputter Uhr, und es ist immer 5 Stunden später als man es gerne hätte.
In diesem Sinne, gute Nacht und Darf es noch etwas sein? Kaffee, Cappuccino, Cola? Kaffee, Cappuccino, Cola? Sie mein Herr? Kaffee….?

Euer Engel des Todes

4 You

Vier Jahre ich. Happy Birthday

Mahnung! Lesen Sie diese Nachricht, Dringend! Ihre Bank

"Sie haben 2 ungelesene Nachrichten." Na von wem die sein mögen?

Absender: Mahnung Betreff: Gutschein
Absender: Dringend Betreff: Mahnung

Ahh. Mein alter Freund Mah-Nung aus Korea, und er schickt mir wieder was schönes. Aber wer ist Dringend? Woher kennt er Mah-Nung? Und warum werde ich mit diesem Müll belästigt?
Jeden Tag dieselbe Scheisse. Man wartet auf ne Mail und alles was man bekommt ist Virenspam. Mal ehrlich: Wer öffnet diesen Mist? Die Mailanbieter filtern schon die gröbsten Verschmutzungen raus und etikettieren es auch noch. Und wenn mal eine durch den Filter rutscht, hat man ne Firewall, einen Antivirenfilter und einen Browser, der die Links in der Mail ebenfalls als Gefahrgutstoff der Stufe Doppelmist abstempeln. Warum werden dennoch täglich die Mailbots wach gerüttelt, um Lug und Trug und geistige Diarrhoe unter den Mailinglisten zu verbreiten? Warum faulen den Schreibern und ach so kreativen Phishingpiraten nicht die Finger ab, sobald sie auf Senden drücken? Niemand, der sich auch nur geringfügig mit dem Internet auskennt, fällt mehr drauf rein. Und wer immer weiter auf "ja, ich will mein Haus, mein Leben und meine Seele an ChinaspammerXYZ verschenken" klickt, wer so dumm ist und auf so etwas reinfällt, hat es in meinen Augen nicht anders verdient. Würden sich diejenigen bitte direkt auf einer Abzockerspenderliste eintragen, um brav geschröpft zu werden? Das würde alle Beteiligten superglücklich machen, ein reines Win-Win-Gehtsterben-Verhältnis.
Leider wächst die Dummheit der User im selben Maße wie die täglich startenden Spammerwellen. Ein klassisches gekoppeltes System. Und solange es auch nur einen gibt, der brav seine Kontodaten in ein Standardblankoformular einträgt, werden die Mails nicht abebben. Genozid ist hier leider keine adäquate Lösung, weder die Idioten noch die Assis haben es verdient, ein so gnädiges Ende zu finden. Man sollte der einen Gruppe viel eher mit einem schweren, rotglühenden Metallstempel immer wieder gegen den Kopf schlagen, auf dem in großen Lettern „NEKNED NREL“ steht. Und der anderen die Hände abhacken. Hat im alten Persien bei Diebstahl auch wahre Wunder geholfen. Ohne Hände lässt sich schlecht V14gR4 gegen Vorkasse verkaufen, Gewinne in Übersee anpreisen, für die man aber erst einen Anwalt bestechen muss, oder Mahnungen schreiben. Also, wenn ihr nicht wollt, dass ich irgendwann mit einem 50cm großen Stempel vor euch stehe, dann beachtet einfach folgendes: Keinen Müll aus dem Spamrinnstein öffnen. Keine Daten oder Geld an Unbekannte geben, erst recht nicht wenn sie sich als eure Bank oder euren Urgroßgroßgroßneffenonkel aus Koreanisch-Afrika ausgeben. Und um Himmelswillen, ich glaube nicht an Kettenbriefe, also verschont mich damit. Ist schon schlimm genug, dass ich Leute kenne, die bei so was mitmachen.

Euer Engel des Todes.